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Wie alles begann...

Im Jahre 1945 war der Krieg verloren, Deutschland lag in Trümmern, für viele war es die Stunde Null, doch die Jahre des Grauens waren endlich vorbei.
Trotz Hunger und Elend glaubten die meisten an eine bessere Zukunft und man wollte sich wieder vergnügen.
So wurden alle Tanzveranstaltungen gut besucht und die Fastnacht war mit Masken- und Lumpenbällen sehr beliebt.
Auch ohne Alkohol kam das Vergnügen nicht zu kurz.
1948 wurde die Deutsche Mark eingeführt und die Zeiten besserten sich schlagartig, das Wirtschaftswunder nahm seinen Lauf und nach einiger Zeit stiegen die Ansprüche an die Veranstaltungen.
Dies hatte zur Folge, dass das Interesse an den Masken- und Lumpenbällen schwand und den Weg für neue Ideen bereitete.
Mit dem zunehmenden Wohlstand kamen auch die ersten Fernsehgeräte in die Stuben und so erfuhr man, dass in Mainz und Köln prunkvolle Karnevalssitzungen abgehalten wurden.

Bei einem Stammtisch des Turn- und Sportvereins Schlierbach im Herbst 1955 fassten einige Männer zu späterer Stunde und nach einigen Bierchen den Entschluss im kommenden Jahr eine eigene Fremdensitzung zu gestalten.
Sie dachten sich: „Was die Mainzer können, das können wir auch, das machen wir doch mit links.“
Dieses Vorhaben wurde allerdings durch den plötzlichen Tod des damaligen 1. Vorsitzenden des TSV, Herrn Karl Geiß, gefährdet.
Man ließ den Mut dennoch nicht sinken und so fand im Januar 1956 im Saal Morkel unter der Leitung von Präsident Kurt Esser die erste Schlierbacher Fremdensitzung statt.

Die Karnevalsabteilung des TSV, wie die noch junge Gruppierung mit ihrem damaligen 1. Vorsitzenden Willy Schmidt genannt wurde, hielt auch in den folgenden Jahren ihre Sitzungen mit Unterstützung anderer Karnevalsvereine im Saal Morkel ab.
Lediglich dreimal in der fünfzigjährigen Vereinsgeschichte mussten die Narren ihre Sitzungen verlegen und in den Frankfurter Hof bzw. in die Mehrzweckhalle nach Neuenschmidten umziehen.
Als Vereinsfarben wählte man rot und blau, welche die Liebe und Treue zum Karneval symbolisieren sollen.
1958 waren Mitglieder der Karnevalsabteilung des TSV an der Gründung eines neuen Vereins in Altenhaßlau beteiligt, der uns heute als „Fidelio“ bekannt ist und mit dem wir auch heute noch regen Kontakt pflegen.
Es kamen aber auch Anfragen anderer Vereine, ob die Narren aus Schlierbach nicht auch auf deren Sitzungen auftreten würden.
So rief der damalige Bürgermeister von Michelbach nahe Wiesbaden, Herr Willi Kaul, der aus Schlierbach stammte, im Winter 1958 beim damaligen Verantwortlichen der Karnevalsabteilung des TSV, Helmut Wegner, an und lud die Schlierbacher ein bei der Fremdensitzung in Michelbach Anfang 1959 mitzuwirken.
Da die Karnevalisten noch keinen konkreten Namen besaßen, schlug Helmut Wegner für die Vorstellung der Akteure den Namen „Dippegucker“ vor, was eine Anspielung auf die Wächtersbacher Keramik Fabrik in Schlierbach sein sollte.
Der Name „Dippegucker“ war erfunden, aber erst 1968 erschien er auf dem Orden der TSV-Sitzung.

Anfang der 60er Jahre gab es erstmalig auch andere Gastauftritte, zu denen die „Dippegucker“ von unserem heutigen Jubilar Helmut Frank immer hingefahren wurden.
Außerdem wurden neue Vereine bei ihren ersten Sitzungen unterstützt, so zum Beispiel die Fidelio in Altenhaßlau, die Klopper in Somborn und der WCV in Wächtersbach.
Bis zum 11-Jährigen Bestehen der Karnevalsabteilung im Jahre 1966 bestand das Sitzungsprogramm hauptsächlich aus Büttenreden, Sketchen, Gesang und Schunkeln.
1967 wurde dann das Männerballett ins Leben gerufen, welches auch heute noch fester Bestandteil unserer Sitzungen ist, allerdings nicht mehr in Originalbesetzung.
Eine besonders lustige Situation während eines Auftritts erlebte das Männerballett, als der etwas zu große Damenschuh unseres heutigen Jubilars Arthur Lohrey im Weinglas des damaligen Landrats Rüger landete.

Allerdings ließ die anfängliche Euphorie der Schlierbacher nach, man sah kaum noch eine Zukunft für die Karnevalsabteilung des TSV und bezeichnete sich selbst teilweise als einen „kaum überlebensfähigen Haufen“.
So kam es dann zu einer Krise.
Im Jahre 1971 fand im Saal Morkel keine Fremdensitzung statt und ein Jahr später lediglich ein Maskenball mit Büttenreden.
Unter der Leitung des damaligen Vorsitzenden der Karnevalsabteilung Helmut Kiechle fanden sich junge Leute bei den „Dippeguckern“ ein, die den Karneval in Schlierbach wieder belebten.
Stellvertretend dafür seien die Familien Brandenstein, Brehmer, Rossmanith und Schindler genannt, welche die Karnevalsabteilung des TSV mit neuen Ideen voranbrachten.
Zum Beispiel als man 1973 die erste Kindersitzung veranstaltete, was damals ein Novum im neu gegründeten Main-Kinzig-Kreis war.
Bis heute sind die „Dippeguckerchen“, wie unsere Kinder- und Jugendgruppen genannt werden, sehr aktiv und erfolgreich.
Im nächsten Jahr, 2017, werden sie 44 Jahre alt und fast die Hälfte aller Brachttalerinnen und mittlerweile auch Brachttaler war in dieser Zeit in einer unserer Garde- oder Schautanzgruppen aktiv.

Durch diese neuen Aktivitäten angespornt hielt man die Zeit auch für reif sich selbstständig zu machen, um finanziell unabhängig zu werden.
So beschloss man in der Vorstandssitzung am 30. Mai 1974 einen eigenen Verein zu gründen und sich vom TSV Schlierbach zu lösen.
Man gab dem neuen Verein den Namen „Karnevalverein Dippegucker 1955 Brachttal e.V.“.
In den folgenden Jahren nahmen die Vereinsaktivitäten weiterhin ihren Lauf und zum 22-jährigen Jubiläum richteten die „Dippegucker“ 1977 die zweite Herrensitzung von allen Karnevalsvereinen im Altkreis Gelnhausen aus.
Um den Verein auch im Sommer zu beleben, bildete sich 1979 eine Wandergruppe, die nun auch in Brachttal Volkswandertage veranstaltete.
1980 wurde unter dem 1. Vorsitzenden Horst Brandenstein und Präsident Kurt Esser das 25-Jährige Vereinsbestehen gefeiert.

Bereits Ende der 60er Jahre nahmen die Dippegucker auch an Karnevalsumzügen teil.
Auf die ersten Umzüge fuhr man noch mit einem Pritschenwagen, auf dem eine 3 Meter hohe rote Kaffeekanne mit weißen Punkten stand, die aus dem Fundus der Wächtersbacher Keramik stammte.
Im Jahre 1975 stellte Vereinsmitglied Manfred Brehmer kurzer Hand seinen eigenen Pkw zur Verfügung, um am Umzug in Gelnhausen teilzunehmen.
Allerdings gab die Kupplung durch die langsame Fahrweise bereits auf diesem Umzug ihren Geist auf.
Bis heute ist nicht ganz geklärt, ob das Fass Bier im Kofferraum daran schuld war oder nicht.
Aus diesem Grund stieg man ein Jahr später dann auf einen LKW der Wächtersbacher Brauerei um, der immer von Arthur Lohrey gefahren wurde.
Bis es dann im Winter 1984 so weit war und die Dippegucker in der Scheune von Vereinsmitglied Gerhard Grauel erstmals ihren eigenen Komiteewagen zusammenbauten, der am Ende der Kampagne 1984/85 bereits zum Einsatz kam.
In den letzten 20 Jahren wurde dieser Umzugswagen mehrfach renoviert und erweitert, um auf den Umzügen einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen, was nicht zuletzt dem reichhaltigen Sortiment an Wurfmaterial zu verdanken ist.
Für die Dippegucker bilden die Umzüge immer den krönenden Abschluss der Kampagne, bei dem die Narren noch mal richtig in die Vollen gehen.

Im Jahre 1986 übernahm Helga Franke dann den Vorsitz im Verein und löste damit Horst Brandenstein ab.
Sie führte das Narrenschiff wie ihr Vorgänger souverän weiter.
Zum 33-Jährigen Jubiläum 1988 gab unser langjähriger Präsident Kurt Esser sein Amt an Manfred Schindler ab.
Anlässlich dieses närrischen Jubiläums richteten die Dippegucker erneut die Damen- und Herrensitzung in der MZH Neuenschmidten aus.
Auch die nächsten Jahre verliefen erfolgreich, bis der Saal Morkel zum Dorfgemeinschaftshaus umgebaut werden sollte.
1992 fanden dort die letzten Sitzungen statt und dann ging man für zwei Jahre ins Exil nach Neuenschmidten.
Diese neuen Umstände brachten wieder einmal neue Leute und neue Ideen zu den Dippeguckern, was teilweise zu großen Turbulenzen innerhalb des Vereins führte.
Dies gipfelte in einer Krise an der Jahreshauptversammlung 1993, bei der ein Teil der alten Führungsriege den Verein verließ.

Aber die Karnevalisten überwanden auch diese Probleme und führten den Verein in eine neue Zeit.
Unter dem neuen 1. Vorsitzenden Jürgen Schellin wurde im selben Jahr in der Triebstraße das erste Sommerfest als Familienfest veranstaltet.
Seit 1997 findet es am Sportplatz in Schlierbach statt, wobei man den Samstagabend bis heute in geselliger Runde bei Live-Musik verbringt.
Sonntags richtete man drei Jahre lang ein närrisches Fußballturnier aus und seit 2001 finden zur Unterhaltung der Besucher die närrischen „Spiele ohne Grenzen“ statt.
Im gleichen Jahr veranstaltete man auch das erste Romméturnier der Dippegucker.

Durch den Vorstandswechsel von 1993 musste auch ein neuer Präsident gefunden werden.
Dieser fand sich in dem Präsidenten Thomas Peukert vom Frankfurter Karnevalverein „Die Stichlinge“, welcher seit der Kampagne 1993/94 in gekonnt lockerer Art durch unser Programm führte.
Pünktlich zum 40-Jährigen Jubiläum 1995 fanden die Sitzungen wieder in der neu renovierten Narrhalla im jetzigen DGH Schlierbach statt.
Diese turbulenten Jahre endeten erst an einer außerordentlichen Jahreshauptversammlung 1996.
Der komplette Vorstand trat zurück und daraufhin wurde ein neuer Vorstand unter dem Vorsitz von Helga Franke gewählt.
In den folgenden Jahren wurde das Narrenschiff wieder in ruhigere Gewässer gelenkt.
Seit 1997 werden bei den Dippeguckern erneut Orden aus Keramik an die Aktiven auf der Bühne verliehen.
Diese Keramikorden haben bei uns Tradition, denn bereits Anfang der 60er Jahre wurden auf Anregung des damaligen Betriebsleiters der Wächtersbacher Keramik Peter Sommer handbemalte Orden für die Karnevalssitzungen hergestellt.
1998 brach man mit einer Tradition, indem man die fast 30 Jahre alten zweifarbigen Vereinsuniformen durch einheitliche rote Jacketts ersetzte.
1999 richteten die Dippegucker zum dritten Mal die Damen- und Herrensitzung aus, was wieder mit einem närrischen Vereinsjubiläum verknüpft war.
Im Jahr 2000 wurde Herbert Weigel zu unserem 1. Vorsitzenden gewählt und Thomas Peukert übergab am Kampagnestart desselben Jahres sein Präsidentenamt an Kerstin und Thomas Georg.
Ab dem Kampagnestart 2001 leitete Thomas Georg dann als Präsident alleine durch unsere Sitzungen.

Heute feiern wir unser 50-jähriges Vereinsjubiläum und freuen uns, dass wir mit drei Gründungsmitgliedern und langjährig aktiven Vereinsmitgliedern auf diese Zeit zurückblicken können.
Zurzeit bestehen die Dippegucker aus 76 Erwachsenen und 44 Kindern und Jugendlichen, die sich in folgenden Gruppierungen darstellen:

  • die Minigarde
  • die Kindergarde
  • die Jugendgarde
  • die Juniorengarde
  • die Damengarde
  • das Tanzmariechen
  • die Grazy Girls
  • das Männerballett
  • die Playbackgruppe
  • 4 Büttenredner
  • und die Protokollerin

Wir als Dippegucker wünschen Ihnen und uns für die Zukunft alles Gute und noch mindestens weitere 50

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